05.01.2021 / Artikel / /

Grussbotschaft zum neuen Jahr von Edith Saner

Miteinander. Mit Mut in die Zukunft

«Das Entscheidende in unserem Leben sind nicht die Ereignisse, sondern das, was wir daraus machen.»

Dieser Gedanke von Albert Schweitzer hat mich in meinem Präsidialjahr begleitet.Ich habe im 2020, das für uns alle aussergewöhnlich und herausfordernd war, die Vielfalt im Aargau sehr eindrücklich erlebt: oft im Kleinen und durch berührende, persönliche Begegnungen. Oder auch mit der Konfrontation, wie Menschen unterschiedlich mit Krisen und Ausnahmesituationen umgehen und oft froh sind, wenn jemand den Mut hat, Entscheidungen zu treffen und für diese einzustehen.

Etwas miteinander gestalten, Solidarität und Verzicht haben in unserer Gesellschaft eine neue Bedeutung bekommen. Neu, weil wir plötzlich gefordert sind und waren, uns im Alltag mit diesen Begriffen auseinander zu setzen. Was bedeutet es, etwas gemeinsam anzugehen, zu planen und durchzuführen? Was bedeutet Solidarität und wie gehen wir mit Verzicht um?

Rolf Mohr, ein deutscher Psychologe sagte einmal:
«Solidarität ist nicht abgeben, was ich nicht brauche.
Solidarität ist teilen, das ich habe.»
Das heisst, wenn ich etwas teilen will, muss ich wissen, was ich teilen könnte und was in dieser Situation Sinn macht. Wenn ich teilen will, muss ich aber auch das Gegenüber gut kennen oder den Mut haben, mich auf etwas Unbekanntes einzulassen. Beim Teilen geht es nicht nur um materielle Güter. Es geht auch um das Teilen unseres Wissens, unserer Erfahrung, unserer Betroffenheit und Emotionen. Es geht um das gegenseitige Mitteilen, einander zuhören und ernstnehmen.
Und genau aus solchen Handlungen entsteht ein Miteinander, das uns gemeinsam durch verschiedene Lebenssituationen tragen kann und uns den Mut für die Zukunft stärkt.

Die Kraft des Teilens habe ich in diesem Jahr oft eindrücklich erlebt. Ich habe aber auch erlebt, dass es Grenzen des Teilens gibt, wenn das Gegenüber nicht offen oder bereit ist, hinzuhören, etwas Neues zu erfahren und von vorgefassten Meinungen nicht abweichen kann oder will. In solchen Situationen braucht es Mut, sich respektvoll abzuwenden und keine zusätzliche Energie zu investieren.

Von John. F. Kennedy ist folgender Satz:
«Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen – das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.»

So wünsche ich uns allen für das neue Jahr, dass wir achtsam sind im Umgang mit Gefahren und die notwendigen Zeichen und Handlungen rechtzeitig erkennen. Im Weiteren wünsche ich, dass wir die Gelegenheit der Veränderung nutzen und uns mit all dem, was uns begegnet kreativ auseinandersetzen und den Mut haben, neue Ziele zu setzen und diese zu verfolgen. Ich hoffe sehr, dass bei all diesem Tun auch das Glück immer wieder die Hand im Spiel hat.

Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz in unserer Gesellschaft, für Ihr Mitwirken und Mittragen. Zusammen haben wir die Kraft, unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten.

«Das Entscheidende in unserem Leben sind nicht die Ereignisse, sondern das, was wir daraus machen.»

 

Mit herzlichen Neujahrsgrüssen

 

Edith Saner

Grossratspräsidentin 2020

 

 Neujahrsgruss als PDF

 

 

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