15.02.2018 / Leserbriefe / Medien /

Die Schweiz ohne News

Leserbrief von Ferdinand Weissenbach

Normalerweise schreiben sie anonym die Grundlage für Schlagzeilen. Nun provozieren sie selbst Schlagzeilen und treten aus der Anonymität heraus. Die Rede ist von den Redaktoren der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA). Sie schreiben tagtäglich Hunderte von Nachrichten – nüchtern, verlässlich, faktengeprüft und qualitätsgarantiert. Diese werden in drei Sprachen für Zeitungen, Fernsehen und Online-Medien in die ganze Schweiz versandt. Sie erleichtern die Redaktionsarbeit erheblich. Insbesondere für den Konsumenten, den Leser, sind sie bedeutsam. Ein Viertel der Stellen soll gemäss Management gestrichen werden. Deshalb war die Belegschaft in einen Streik getreten. Sie erhoffte sich öffentliches Gehör, nicht zuletzt auch bei Politikern. Die Information und Kommunikation bei der SDA sei mangelhaft. Es geht um nichts weniger als um unsere Demokratie und ihre Qualität. Die Medien sind unter Druck, der Service public auch. Um die „No Billag“-Initiative sieht es momentan gut aus. Medienvielfalt und -qualität sind von ganz essenzieller Bedeutung für die Demokratiequalität. Pluralismus garantiert eine fundierte und breite Diskussion. Nur so kann eine Demokratie sinnvoll und im Kern überleben.

Kontakt