12.05.2017 / Vorstösse / Bildung und Forschung /

Effektive Befähigung der Lehrpersonen ohne Akademisierung des Lehrerberufs auf Vorschul- und Primarstufe

Postulat Theres Lepori, CVP, Berikon (Sprecherin), und Jürg Baur, CVP, Brugg, vom 9. Mai 2017 betreffend effektive Befähigung der Lehrpersonen ohne Akademisierung des Lehrerberufs auf Vorschul- und Primarstufe

Text:
Der Regierungsrat wird eingeladen, sich in allen Gremien und auf allen politischen Ebenen dem Ansinnen, der Akademisierung des Lehrerberufs entgegenzuhalten und am Bachelor-Studium festzuhalten.

Begründung:
Die Rektoren der pädagogischen Hochschulen (PH) schlagen ein Masterstudium für Lehrpersonen (Primarstufe und Kindergarten) vor, ein diesbezüglicher Strategiebericht wird erwartet. Das angestrebte Ziel hätte ein 4–5-jähriges Master-Studium anstelle des aktuellen 3-jährigen Bachelor-Studiengangs zur Folge. Die daraus resultierenden Zusatzkosen im Bildungsbereich würden für die Öffentlichkeit keinen direkten Mehrwert generieren. Auch würde vielen fähigen jungen Menschen der Zugang zum Lehrerberuf erschwert.
Eine umfassende Ausbildung im Lehrerberuf – mit den erfordernden Voraussetzungen und Anforderungen an die professionelle Kooperation – ist auch mit einer Verlängerung der Ausbildungszeit nicht erreicht. Die sich selbstorganisierende Allround-Lehrperson gehört der Vergangenheit an. Professionelle Spezialisierungen und die damit verbundene grössere Koordination, führen zu breit delegierten Zuständigkeiten. Es braucht funktionierende und abgesprochene Weiterbildungen für Lehrpersonen, damit eben solche pädagogischen Themen im Gesamtsystem kompetent wahrgenommen werden können. Fachlich-inhaltliche Entwicklungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten sind Voraussetzung für die Attraktivität eines Berufes.
Ein nächster Schritt zur positiven Veränderung wäre die Harmonisierung der Abschlusskompetenzen für Stufen- und Fächerprofile der pädagogischen Hochschulen. Mittels standardisierten, attraktiven und zertifizierten Weiterbildungsabschlüssen kann die vorhandene Ausbildung weiter gestärkt werden.
Gerade in einer Phase des Mangels an qualifiziertem Personal ist eine Verlängerung der Ausbildung suboptimal.
Bildungsexperten bestätigten klar, Qualität im Schulzimmer und somit Einfluss auf den Lernerfolg der Jugendlichen und die Bildungsqualität hangen in erster Linie von der Fähigkeit und Persönlichkeit der Lehrperson ab.
Der Schwerpunkt des Regierungsrats und der PH sollte auf der Rekrutierung von geeigneten Menschen für den Lehrerberuf sein, ob als Quer- oder als Neu-Einsteigende ins Berufsleben.