18.10.2016 / Medienmitteilungen / / ,

Markus Dieth zu Besuch in Bremgarten

Markus Dieth, Gemeindeammann von Wettingen, besucht vor den Regierungsratswahlen jeden der 11 Aargauer Bezirke. Am vergangenen Samstag war Bremgarten an der Reihe. Die CVP Ortspartei Bremgarten hat dafür eine Stadtführung mit dem Titel „Persönlichkeiten, die in Bremgarten Geschichte geschrieben haben“ organisiert.

Ortsparteipräsident Daniel Meier lud zu einer Führung im kulturell und geschichtlich bewegten Bremgarten ein. Heinz Koch und Robert Bamert führten in zwei Gruppen durch Bremgarten, eine der 13 Aargauer Altstadtperlen. Petrus war den anwesenden Kandidierenden für die Regierungs- und Grossratswahlen gut gesinnt, sodass kein Regenschirm nötig war. Beim abschliessenden Apéro zeigte sich die Sonne und es wurde warm, als sich die Gäste mit den Kandidierenden in politische Diskussionen einliessen. Die CVP Bezirk Bremgarten weist mit Stolz eine volle Liste auf. Nebst den Bisherigen, Theres Lepori und Ruedi Donat, waren auch Karin Koch, Paul Huwiler, Harry Lütolf sowie David Stutz anwesend.
Bremgarten wurde gleich nach der Kantonsgründung zum Bezirkshauptort ernannt, erzählte Heinz Koch. Der Status als Hauptort beginnt jedoch zu bröckeln. Denn einige Ämter sind bereits weggezogen. Nun droht auch der Verlust des Kapo-Standortes. Der Stadtführer weiss aus der Erfahrung seiner geschichtlichen Kenntnisse: „Politiker können in Vergessenheit geraten und zum Lebensende verarmen.“ Setzt sich Dieth als Regierungsrat für Bremgarten ein, droht ihm ein solches Schicksal im Reussstädtchen bestimmt nicht.
Niklaus von Wyle wurde in Bremgarten geboren und brachte es zum Amtsschreiber in Esslingen. „Er gilt als Erfinder des Kommas, weshalb ihm nicht jeder gut gesinnt sein mag“, sagte Heinz Koch schmunzelnd. Bremgarten brachte allerdings nicht nur sprachgewandte, sondern mit Johann Melchior Gletle auch musisch talentierte Persönlichkeiten hervor. Er war ein Komponist des 17. Jahrhunderts.
Im Haus der öffentlichen „Badstube“ an der Rechengasse wohnte Engelbert Meier, welcher „Merian“ genannt wurde. Er hat Hunde und Katzen dressiert und ist auf der ganzen Welt mit seinem Kleintierzirkus herumgereist.
Eugen Meier war Gerichtspräsident, Verwaltungsratspräsident der Regionalbahn (BDB), Grossrat, Hauptmann im Aktivdienst und Eigentümer des „Schlössli“. Sein Sohn Eugen war eine ebenso angesehene und erfolgreiche Persönlichkeit. Er war Rechtsanwalt und Notar, Stadtammann und Oberrichter.
Im Bildungsbereich war Elisabeth Weissenbach prägend. Sie hat die Handarbeitsschule im 19. Jahrhundert schweizweit eingeführt und das selbständige Lehrfach „Arbeitslehrerin“ geschaffen. Heinz Koch hat dazu ein zeitgeschichtliches Gedicht vorgetragen. Robert Weissenbach, ihr Bruder, wurde 1890 zum ersten Nationalrat aus dem Freiamt gewählt.
Ein weiterer Literat wohnte an der Sternengasse: Silvio Blatter. In seinem Buch „Zunehmendes Heimweh“ beschreibt er die Häuserfront als Grenze zwischen Ober- und Unterstadt.
Mit der Klosteraufhebung wurde unter anderem der „Muri Amthof“ zur staatlichen Bereicherung zwangsveräussert. Placid Weissenbach, Franz Waller und Augustin Keller haben sich als Grossräte dafür ausgesprochen. Schliesslich klärte Heinz Koch die Zuhörer auf, dass Bremgarten nach der reformierten Phase unter Heinrich Bullinger mit dem
Friedensvertrag nach der zweiten Schlacht bei Kappel, wo Zwingli verstarb, rekatholisiert wurde. „Bremgarten diente als ‚Riegel´ zwischen Zürich und Bern“, so Koch.

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