13.08.2016 / Leserbriefe / Migrationspolitik /

Sparpotential durch kürzere Asylverfahren

Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat eine neue Studie erarbeitet. Das Ergebnis zeigt u.a., dass durch kürzere Asylverfahren Asylsuchende schneller eine Arbeit finden und daraus ein grosses Sparpotenzial resultiert.
Es kann doch nicht sein, dass man erst durch eine wissenschaftliche Arbeit zur Erkenntnis gelangt, dass Flüchtlinge durch kürzere Asylverfahren und dem damit verbundenen schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt, das Sozialsystem entlasten würden. Asylsuchende sind Menschen, Menschen wie wir. Wenn die durchschnittliche Wartezeit auf das Asylgesuch 665 Tage beträgt, sind diese Menschen länger als 2 Jahre arbeitslos, haben keine Tagesstruktur, müssen Langweile aushalten, Sinnlosigkeit Tag für Tag, Angst, spüren persönliche Ablehnungen und und und. Perspektivenlosigkeit führt oft zu Depressionen oder gilt auch als Tor zu Gewalt, Sucht, „Bubenstreichen“. Dies gilt nicht nur für Asylsuchende sondern im Speziellen auch für unsere Jugend. Asylsuchende erleiden die doppelte Perspektivenlosigkeit einerseits durch die Unsicherheit des Aufenthaltes wie auch der Langzeitarbeitslosigkeit (Zeit der Flucht plus Asylverfahren)
Die berechneten Einsparungen durch die Forscher greifen m. E. zu wenig. Kürzere Aufenthalte durch Asylsuchende reduzieren die folgenden Ausgaben: Budget Asyl Bund und Kanton, Sozialhilfe und geringere Gesundheits-Folgekosten. Mit gesundem Menschenverstand und durch Konsultation anderer wissenschaftlicher Berichte hätte man m. E. die Kosten dieser Forschungsarbeit ev. einsparen können.

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